5.000 Euro für genera­tions­über­greifendes Engagement

Johann Bünting-Stiftung

02.06.2015

Johann Bünting-Stiftung überreicht Förderpreis 2015

Leer/Nortmoor, 29. Mai 2015 – Es ist bereits das achte Mal, dass Projekte in den Kategorien „Alt für Jung“ und „Jung für Alt“ ausgezeichnet werden sowie ein Sonderpreis für ein Schulprojekt verliehen wird. Außerdem wird in diesem Jahr ein Sonderpreis für herausragendes Engagement, dotiert mit 2.500 Euro, vergeben.

Ihr Einsatz ist unermüdlich, ihre Hingabe für die gute Sache unerschöpflich. Sie zeigen Größe, Stärke und Engagement für andere Menschen stets mit dem Ziel, ihnen schöne Momente zu bescheren, ihnen Beistand zu leisten und Mut zu geben. Dennoch bleibt das Wirken vieler dieser Helfer für die Öffentlichkeit oftmals im Verborgenen. Doch genau diesen Menschen, die im Ehrenamt eine Ehre sehen, gebührt große Anerkennung. Das ist auch der Gedanke des Johann Bünting-Förderpreises, den die Johann Bünting-Stiftung in diesem Jahr bereits zum achten Mal vergibt.

Die Zahl der Bewerber war auch dieses Mal groß und die Wahl für die fünfköpfige Jury keine leichte. „Wir hatten wieder viele interessante Projekte unter den Vorschlägen, die uns wirklich begeistert haben“, erklärt Rolf Warnders, Vorstand der Johann Bünting-Stiftung. „Darum haben wir uns entschieden, in diesem Jahr neben den Preisen in den Kategorien „Alt für Jung“ und „Jung für Alt“ sowie dem Schulprojekt noch einen weiteren Sonderpreis für ein herausragendes Engagement zu vergeben.“

Die drei erstgenannten Auszeichnungen sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert, der Sonderpreis mit 2.500 Euro. Es geht beim Johann Bünting-Förderpreis aber nicht nur darum, die Projekte finanziell zu unterstützen, sondern vor allem darum, das herausragende Engagement der Initiatoren ein Stück weit in die Öffentlichkeit zu tragen. Dazu trägt auch die goldene Plakette bei, die die Preisträger bei der Verleihung der Auszeichnungen am Freitag, 29. Mai, erhielten. „Ehrenamtliche Arbeit wird in unserer Gesellschaft immer wichtiger und wir wünschen uns, dass wir noch mehr Menschen zu diesem Dienst am Gemeinwohl motivieren können.“

Die Jury-Mitglieder fanden als Laudatoren einmal mehr die richtigen Worte, um auszudrücken, warum genau diese vier Projekte in diesem Jahr mit dem Johann Bünting-Förderpreis geehrt werden.

Preisträger des Johann-Bünting-Förderpreises 2015

Leonie Remfort – Wittmund(Preisträgerin Kategorie Jung für Alt)
Mit 13 Jahren kam sie aus Nordrhein Westfalen in das ostfriesische Wittmund und widmet sich dort seitdem der Jugendarbeit. Vor allem die benachteiligten Kinder liegen Leonie Remfort dabei am Herzen. Als Jugendleiterin im Jugendwerk kümmert sie sich nicht nur um verschiedene Projekte, sie bemüht sich auch darum, ältere Jugendliche für das Ehrenamt zu stärken und zu schulen. 

Mehr als 1.000 ehrenamtliche Stunden schenkte Leonie Remfort im vergangenen Jahr Kindern und Jugendlichen. Das Herz der 17-Jährigen schlägt dabei besonders für die benachteiligten unter ihnen. Sie ist überzeugt: „Die Jugend von heute ist besser als ihr Ruf.“ Und das stellt Leonie Remfort in ihrer ehrenamtlichen Arbeit immer wieder unter Beweis.

Dabei scheut sie auch schwierige Themen wie Mobbing oder Migration nicht. Selbstlos setzt sie sich in der Integrationsarbeit des Jugendwerks Wittmund, Esens, Leer und Emden ein. Seit April 2014 betreut die junge Frau mit Unterstützung eines Sozialpädagogen und drei jugendlichen Helfern unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam“ ein Integrationsprojekt. Darin stärkt und schult Leonie Remfort ältere Jugendliche z.B. aus Flüchtlingsfamilien für das Ehrenamt und schafft damit ein innovatives und integratives Freizeit und Bildungsangebot für Kinder und Jugendliche.

Dorotheé Gepp – Sögel(Preisträgerin Kategorie Alt für Jung)
Seit mehr als 15 Jahren engagiert sich Dorotheé Gepp ehrenamtlich im Vorstand des Vereins „donum vitae“ (Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung). Ihr unermüdlicher Einsatz gilt dabei dem Schutz des ungeborenen Lebens. Außerdem kümmert sich Dorotheé Gepp um die Finanzen des Vereins und trägt mit stetiger Spendenakquise dazu bei, dass die Schwangerschafts-beratungsstellen im Emsland / Lingen-Meppen-Papenburg erhalten bleiben.

Als Mutter von drei Kindern und Oma von vier Enkeln weiß Dorotheé Gepp sehr genau, welche Fragen und auch Ängste mit einer Schwangerschaft einhergehen können. Als Vorsitzende des Vereins „donum vitae“, in dem sie sich bereits seit mehr als 15 Jahren engagiert, gilt ihr unermüdlicher Einsatz dem Schutz des ungeborenen Lebens und der Verbesserung der Lebensbedingungen für Kinder und Familien. Der Söglerin ist es dabei ein großes Anliegen, dass professionelle Beratungsarbeit durch hauptamtliche Mitarbeiter geleistet werden kann. In beeindruckender Weise, mit Einfallsreichtum und Durchhaltevermögen schafft Dorotheé Gepp es dabei immer wieder auf die Schwangerschaftskonfliktberatung aufmerksam zu machen und die Finanzierung zu sichern. So stellt sie auch sicher, dass die Schwangerschaftsberatungsstellen im Emsland / Lingen-Meppen-Papenburg erhalten bleiben. In ihrem Bemühen um bessere Lebensbedingungen für junge Familien hat sich Dorotheé Gepp in besonderem Maß für die Einrichtung des Projekes „welcome – frühe Hilfe nach der Geburt“ eingesetzt.

Rita Wegg – Weyhe (Sonderpreis 2.500 Euro)
Als 1. Vorsitzende des Vereins „ZukunftsWerkstatt Gesundheit und Pflege e.V.“ startete Rita Wegg im vergangenen Jahr eine Imagekampagne für den Ausbildungsberuf Pflege an Schulen im Landkreis Diepholz. Ihr Ziel: Informationen und Imagepflege für den Beruf um dem drohenden Pflegekräftemangel entgegenzuwirken.

Was bedeutet Pflegebedürftigkeit für alte, aber auch für junge Menschen? Wer gesund ist, kann sich das nur schwer vorstellen. Ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, was es bedeutet, auf Pflege und Hilfe angewiesen zu sein, aber auch das Aufzeigen von Chancen, die ein Beruf in der Pflege bietet, das sind nur einige Ziele der Kampagne, die Rita Wegg aus Weyhe mit dem Verein „ZukunftsWerkstatt Gesundheit und Pflege e.V“ erreichen möchte. Im Rahmen des Profilfaches Gesundheit hat sie gemeinsam mit der Realschule Kirchweyhe ein Pilotprojekt durchgeführt und in Unterrichtseinheiten umgesetzt, das Jugendliche über Pflegeberufe informiert und sie gleichzeitig für die Bedürfnisse von Pflegebedürftigen sensibilisiert. Das Projekt soll auch auf weitere Schulstandorte im Landkreis Diepholz ausgeweitet werden. Langfristig wünscht sich Rita Wegg gemeinsam mit Kommunen, Schulen und Pflegebetrieben vor Ort Auswege aus dem Pflegedilemma zu erarbeiten, um dem Pflegefachkräftemangel zu begegnen.

Ausgezeichnetes Schulprojekt im Rahmen der Vergabe
des Johann-Bünting-Förderpreises 2015

„Social Learning AG“ – Verbundschule Hille
„Alt und Jung – immer mit Schwung“ diesen Titel haben die Senioren und Schüler ihrem Projekt gegeben. Laut Lehrplan heißt die AG „Social Learning“ und wurde vor drei Jahren von Stefanie Terwesten an der Verbundschule Hille ins Leben gerufen. Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I besuchen dabei regelmäßig das Altenpflegeheim Hille und verbringen Zeit mit den Senioren.  
 
Wenn sich ein Altenpflegeheim und eine Schule für ein gemeinsames Projekt zusammenschließen entsteht nicht nur ein angeregter Austausch zwischen Generationen, sondern auch die Möglichkeit für Begegnungen von Generationen. Genau das schafft die „Social Learning AG“ der Verbundschule Hille, die vor drei Jahren von Lehrerin Stefanie Terwesten ins Leben gerufen wurde. Seitdem besuchen regelmäßig Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I die Senioren im Altenpflegeheim Hille. Auf dem Stundenplan stehen bei den Treffen dann beispielweise Spaziergänge, Häkeln und Stricken, Basteln oder Gespräche über früher und heute. Die „Jungen“ und die „Alten“ profitieren gleichsam von dem Projekt und können die Welten der jeweils anderen Generation kennenlernen. Vorurteile zwischen den Generationen werden „gerade gerückt“ und abgebaut und alle haben gemeinsam Spaß.


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